Im Segelboot über den Atlantik – was für ein Abenteuer!

Was für ein Abenteuer! Manchmal wird einem erst nach einem Erlebnis bewusst, auf was man sich da eingelassen hat!

Ein bisschen verrückt kommt es mir rückblickend ja vor, auf einem 1911 gebauten, wunderschönen Segelschiff angeheuert zu haben. Die Eye of the Wind ist 40 m lang, 7 m breit, sie hat 2,70 m Tiefgang und 750 qm Segelfläche, einen deutschen Eigner und sie fährt unter der Flagge von Jersey, UK. Die 10 Crewmitglieder wissen genau, wo die unzähligen Seile hinführen und alle sind bärenstark und unerschrocken – das braucht es auch, denn es braucht Mut, die beiden Masten emporzuklettern, um die Rahsegel vorzubereiten.

Insgesamt haben sich 12 Passagiere (zwei Pärchen und acht Einzelreisende; acht Männer und vier Frauen zwischen 40 und 81 Jahren) in sechs Kabinen auf das Abenteuer eingelassen, 28 Tage in einem „geschlossenen System“ inmitten des Atlantik zu verbringen. Hut ab, denk ich rückblickend.

Wir haben 2.884 nautische Meilen von Santa Cruz auf Teneriffa bis zum Ankerwerfen in Grand Bourg auf Marie-Galante zurückgelegt. Und das in 18 Tagen! So schnell war die Eye of the Wind noch nie. Die Passatwinde waren uns günstig gestimmt und haben uns kraftvoll nach Westen gebracht!

Falls du es nicht schon erlebt hast, kannst du es dir wahrscheinlich nicht vorstellen, wie beeindruckend es ist, am Heck eines Schiffes zu stehen und von hinten Wellen anrauschen zu sehen, die höher als das Schiff zu sein scheinen… das Heck hebt sich, die Welle schiebt sich unter das Schiff, hebt es erst in die Höhe und schickt es kraftvoll ein paar Meter weiter über das große Meer… und dann senkt sich das Heck ins Wellental und der Magen macht einen Hupfer (meiner zumindest). Oft kamen die Wellen von der Seite, dann wurde das Schiff seitwärts hin- und hergeworfen – und so haben wir uns rollend und stampfend fortbewegt. Die größte Distanz in 24 Stunden lag bei etwas über 180 nautischen Meilen, das ist richtig viel. Das Mitteldeck war während der Überfahrt fast immer nass, weil von den Seiten Wasser reingeschwappt ist. So manche Welle ergoss sich kraftvoll über die Reling und immer mal wieder bekam jemand eine Dusche ab. Die Fortbewegung war folglich entsprechend herausfordernd. Extra gespannte Netze und Seile erleichterten uns den Weg übers Deck, doch der Körper war die ganze Zeit gefordert und die Muskeln ständig damit beschäftigt, das Hin und Her auszugleichen. Mein größter Respekt gilt Eiko und Ulrich, einem Pärchen, die sich mit 78 bzw. 81 Jahren dieser Herausforderung gestellt haben und sehr umsichtig und vorsichtig überˋs Deck balanciert sind.

To be continued…

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